TC SAAR-PFALZ

1978 - 2003


Ein Tennisclub etabliert sich

Eine Chronik
von Hans Bachmann

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Auf dem Weg zum Breitensport

Gründung und erste Gehversuche

Bau der Plätze

Spielbetrieb und sportliche Bilanz

Bau des Clubheims

Clubleben

Schlussgedanken

Wissenswertes auf einen Blick

Ein Tennisclub geht seinen Weg

 

Ein Tennisclub etabliert sich

Auf dem Weg zum Breitensport

Der Sport beherrscht in ganz ungewöhnlichem Maße die Öffentlichkeit, das Denken und Fühlen von Jung und Alt in allen zivilisierten Ländern der Welt. Er ist zu einem Phänomen der modernen Massengesellschaft geworden, zu einem Stück gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Bei sportlichen Großereignissen sind die Straßen der Städte wie ausgestorben. Arbeiter sind ungehalten, weil ihnen die Betriebsführung während der Arbeitszeit nicht die Möglichkeit gibt, die Aktivitäten ihrer Sportidole am Rundfunk- oder Fernsehgerät mitzuerleben.

Selbst Parlamente verschieben ihre Sitzungen, wenn Bayern München um den Europapokal spielt oder wenn Boris Becker auf dem geheiligten Ra­sen von Wimbledon zum Racket greift.

Was treibt nun Woche für Woche Millionen von Menschen in allen Ländern der Welt zum Zuschauen in die Sportarenen oder an die Fernsehschirme, zum Lesen der Sportnachrichten, die in millionenfacher Auflage der Tageszeitungen und Illustrierten erscheinen?

Stellvertretend für die Vielfalt der möglichen Antworten soll ein Zitat von E. Spranger stehen: ,,Es ist die Angst des entwurzelten, zivilisierten Menschen, vor bloßer Nervenkultur und Geistigkeit den festen Boden des gesunden, physischen Daseins zu verlieren, die Angst, der Spannungen und Belastungen unserer hochgezüchteten Kultur nicht mehr Herr werden zu können."

Der müde, vor der Lebenslast resignierende Mensch bewundert den Rekord, die artistische, physische Höchstleistung der modernen Gladiatoren, weil er offenbar am eigenen Leibe verspürt, wie in ihm selbst die natur­haften Wurzeln körperlicher Kraft und Gesundheit absterben. Er fühlt sich bei sich selbst nicht mehr heimisch und flieht in die Welt des Kollektivs, in die laute Betriebsamkeit der Massen.

Nun stellt sich jedoch dieser ,,Massen- oder Zuschauersport", der zweifelsohne eine enorme Faszination ausübt und unbestreitbar eine wichtige sozialpolitische Funktion erfüllt, lediglich nur eine Seite der gesellschaftlichen Wirklichkeit SPORT dar.

Im Gegenraum gedeiht nämlich anspruchslos und unsensationell noch eine weitere Form: DER AKTIVE SPORT. Auch er zieht Millionen Men­schen aller Altersschattierungen in seinen Bann. Ein verändertes Freizeitverhalten, das quer durch alle soziale Schichtungen unserer Bevölkerung gedrungen ist, gekoppelt mit einem wachsenden Verständnis für die aktive sportliche Betätigung als gesundheitlicher Ausgleich gegenüber einer technisierten und bewegungsarmen Arbeitswelt,  ließ in den letzten 20 Jahren die Zahl seiner Anhänger und Freunde sprunghaft ansteigen.

Im Unterschied aber zu den Massen, die sich im Sog kollektiver Passivität den Sport vorführen lassen, treiben diese Menschen als Privatleute oder in Vereine eingebunden ihren Sport, einfach aus Freude am Spiel, an der Bewegung, an der eigenen körperlichen Leistung. Der  ,Sport für jedermann' ist längst gesellschaftsfähig geworden, und seine dringende Notwendigkeit lässt sich am deutlichsten mit einem Auszug aus dem Memorandum der Deutschen Olympischen Gesellschaft (Frankfurt 1960) unterstreichen:

„Das Resultat der anwachsenden Bewegungsarmut ist ein seelisch und nervlich überbeanspruchter Mensch, der seine Lebensweise mit einem Ökonomieverlust der Herz- und Kreislauffunktionen bezahlt. Bewegung, Spiel und Sport sind vielleicht im Rahmen aller unserer prophylakti­schen Möglichkeiten die weitaus stärksten Positionen."

Wenn wir den Sport noch nicht hätten, müssten wir ihn alleine schon zur Lösung dieses wichtigen Problems erfinden!

Auf dem Nährboden dieser Erkenntnisse setzte der Breitensport gerade in den letzten Jahrzehnten unverkennbar zu einem Höhenflug an. Die etablierten Sportvereine konnten durchweg Zuwachsraten im Mitgliederbereich registrieren und reagierten auch prompt mit einer breiteren Palette voller Freizeitsportangebote. Darüber hinaus erfasste die Trimm- und Joggingbewegung gleichermaßen Alt und Jung zwischen Flensburg und Berchtesgaden. Heute lösen die riesigen Teilnehmerfelder bei lokalen Volksläufen, ja selbst die fünfstelligen Teilnehmerzahlen bei den bekannten Stadtmarathonläufen schon längst kein Erstaunen mehr aus.

Sein leib-, seelisches Wohlbefinden  ,,laufend" und ,,spielend" zu steigern, war zu einem Bedürfnis geworden und stilisierte sich allmählich hoch zum über­geordneten Leitgedanken der modernen Volkssportbewegung. Das ,,spiele­rische" Vergnügen als Gegensatz zur täglichen Tretmühle war also gefragt, das Spiel als heiterer Bruder der Arbeit gesucht. Verständlich, denn schließlich ist ja das Spiel - genetisch gesehen - der eigentliche Ausgangspunkt aller Leibesübungen, und die tiefere Ursache für seine Beliebtheit liegt eindeutig in dem Drang des Menschen, sich zu bewegen, sich aus aufgezwungener Ruhe oder Arbeitshaltung zu befreien, sich zu erholen.

Es ist bezeichnend, dass das altgermanische Wort ,,spil" genau die gleiche Grundbedeutung hat wie das lat. ,,diSPORTare" (zerstreuen) oder das franz. ,,jouer-jeu" (von lat. ,,jocus"=Scherz).

Vergnügen sollte sie also bereiten - die neue Sportart, die man sich aussuchen wollte, Zerstreuung bringen und Freude vermitteln. Sie sollte die Möglichkeit zu intensiver körperlicher Betätigung auf allen Alters­stufen (also auch in fortgeschrittenem Alter) mit möglichst geringer Verletzungsgefahr verbinden, sollte dem natürlichen Spiel- und Bewegungs­drang entgegenkommen und schließlich noch ausgerichtet werden können nach den individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen. Kriterien, die in geradezu augenfälliger Weise auf eine Sportart vereinigt werden kön­nen, die bislang nicht gerade in dem Ruf stand, besonders volkstümlich und allgemein zugänglich zu sein: auf das TENNISSPIEL.

Nun zahlte es sich aus, dass der Saarl. Tennisbund und die ihm ange­schlossenen Vereine im Einvernehmen mit den zuständigen Kommunen in einer mehrjährigen gezielten Werbekampagne, durch eine intensive und ausführliche Öffentlichkeitsarbeit den guten Willen dokumentierten, verstärkt in den Bau neuer Plätze zu investieren, um sich weiteren Mitgliedern öffnen zu können. Folgerichtig wurde eine große Erwartungs­haltung in der breiten Öffentlichkeit ausgelöst. Eine Tennisbegeisterung, ja ein regelrechtes Tennisfieber brach aus, und ein Aufschwung unge­ahnten Ausmaßes erfasste den ,,Weißen Sport". Der so oft zitierte Tennis­boom kam auf Touren. Tennisvereine existierten allerdings nur in den größeren Orten und Städten. Den Clubs haftete darüber hinaus deutlich spürbar ein gewisser Hauch von Exklusivität an, und in den kleinen umliegenden Landgemeinden unseres Heimatlandes galt das Tennisspielen schon immer als Privileg der ,,besseren" Gesellschaftskreise, der ,,feinen" Leute, wurde als Verlobungssport für höhere Töchter und reiche Söhne eingestuft.

Erst durch die Auflockerung der dörflichen Strukturen, durch die deutlich spürbare Veränderung des sozialen Umfeldes, durch den steigenden Lebensstandard und die verbesserte Lebensqualität, verbunden mit dem bereits erwähnten gewandelten Freizeitverhalten, war auch in den kleinen Dörfern die Zeit reif geworden, für die - jedenfalls aus der Sicht der Tennisfans - schönste Nebensache der Welt.

So schwappte in den 70er-Jahren die Woge der Tennisbegeisterung bis in die entlegensten Winkel unseres Vaterlandes, spülte nach und nach die oft nicht ganz unbegründeten Vorurteile wenigstens teilweise hinweg und sorgte dafür, dass in ihrem Sog immer mehr Menschen der Faszination des Spieles mit der Filzkugel erlagen. Waren z. B. 1970 in der Mitglie­derkartei des Deutschen Tennisbundes noch 173 241 Erwachsene registriert, stieg diese Zahl innerhalb von nur wenigen Jahren um mehr als das Drei­fache auf 585 399 im Jahr 1976 an.

Der Tennissport war auf dem Weg, endgültig zum Breiten­sport im landläufigen Sinne dieses Wortes zu werden. Getragen von dieser allgemeinen Entwicklung und ermutigt durch den immensen Zuwachs an Popularität, begann man nun auch in Einöd in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre laut über die Möglichkeit einer

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nachzudenken.

An Stammtischen, in Familien, im Freundes- und Bekanntenkreis wurde die Idee ausführlich erörtert. Dabei wurde schon sehr rasch offenkundig, dass es erstaunlich viele Bürger gab, die gern in Einöd Tennis spielen wollten und die ihre Bereitschaft auch deutlich signalisierten.

So mündeten die Sondierungsgespräche relativ schnell in dem Wunsch, sich zu organisieren, einen Club zu gründen. Als ein wichtiges Kommunika­tionszentrum schälte sich dabei immer klarer die Büchnerstraße heraus. Prof. Dr. Dr. Heinrich Zankl, in Sachen Tennis bereits vorbelastet, wurde gemeinsam mit dem späteren 1. Vorsitzenden, Manfred Brabänder, der sich schon geraume Zeit zuvor mit Gründungsgedanken getragen hatte, zum eigentlichen Initiator, zum ,,auslösenden Faktor". Der berühmte Stein kam ins Rollen, und aus Worten wurden schließlich Taten.

Damit war endlich auch ein lang gehegter und oft geäußerter Wunsch einiger Einöder Familien (Pfister, Schuberth....) in Erfüllung gegangen, die schon sehr früh zum Tennissport gefunden hatten und für jedes Tennis­spiel ständig eine weite Anfahrt in Kauf nehmen mussten.

Nach vielen Vorgesprächen und wohl noch mehr Telefonaten kristallisier­te sich gegen Ende des Jahres 1977 ein Gründungs- bzw. Planungskomitee heraus, dem Manfred Brabänder, Erich Hein, Heinz Hunsicker, Peter Linn, Uwe Schenk, Hans-Peter Weigold, Ludwig Wolf und Prof. Dr. Dr. Heinrich Zankl angehörten.

Bei der Zusammensetzung dieser Urzelle des TC Saar-Pfalz hatte keineswegs der bloße Zufall Pate gestanden, sondern sie richtete sich nach Fachkompetenzen aus und geschah im Vorgriff auf eine spätere Aufgabenverteilung in der künftigen Vorstandschaft. Auf die ,,Männer der ersten Stunde" wartete eine Menge Arbeit. Informationen und Erfahrungswerte mussten bei Nachbarclubs eingeholt und auf Einöder Verhältnisse zuge­schnitten werden; erste Kontakte zu den Ansprechpartnern in den zu­ständigen kommunalen Verwaltungen wurden geknüpft. Eine Satzung war auszuarbeiten und vereinsrechtlich abzusichern, und letztlich musste die Gründungsversammlung vorbereitet werden.

Am 05. April 1978 trafen sich gegen 18.00 Uhr 26 Tennisfreunde im Sportheim der Spielvereinigung Einöd, um einen Tennisclub aus der Taufe zu heben, für den man den Namen bereits ausgesucht hatte:

T E N N I S C L U B   S A A R – P F A L Z

Bickert Friedrich, Brabänder Manfred, Daiminger Rudi, Döring Jürgen, Fischer Ernst, Förster Günter, Hein Erich, Heiner Karl, Huber Fritz, Hunsicker Heinz, Kaiser Dieter, Klein Hans, Linn Peter, Maiwald Peter, Nagel Edgar, Neumann Wolfgang, Rahde Hermann, Reinhard Herbert, Schenk Uwe, Schley Norbert, Schroers Gerd, Stock Otto, Weigold Hans-Peter, Wolf Konrad, Wolf Ludwig, Prof. Dr. Dr. Zankl Heinrich.

Stadtratsmitglied Erich Hein leistete gewissermaßen Geburtshilfe, denn unter seiner Leitung wurde den Anwesenden die Vereinsstatuten vorge­stellt und erläutert, die anschließend von der konstituierenden Versammlung gebilligt und einstimmig verabschiedet wurden. Hiermit war die Neugründung auf den soliden  Boden einer ordnungsgemäßen Rechtsgrundlage gestellt und Erich Hein konnte verkünden:

,,Damit ist der TC Saar-Pfalz gegründet!“

Nachdem die anwesenden Tennisfreunde ihre Mitgliedschaft per Unterschrift bekundet und so ihrer Zusammenkunft den Status einer ersten ordentlichen Mitgliederversammlung verliehen hatten, wurde Manfred Brabänder bei der nun folgenden Wahl des Vorstandes als erster Vorsitzender an die Spitze der Vereinsführung berufen.

Man hatte die Vereinsgeschicke in die Hände eines Mannes gelegt, der zur wesentlichsten Integrationsfigur des TC Saar-Pfalz wurde und der mit seiner wohltuend ruhigen, sachlichen - jedoch auch bestimmten- Art das Vereinsschiff in den nun folgenden 10 Jahren jederzeit sicher und souverän durch die Klippen der Sturm- und Drangzeit des jungen Clubs steuerte. Sein ,,Vizewurde Heinz Hunsicker, als Schatzmeister fungierte Uwe Schenk und das ,,begehrte" Amt des Sportwartes übernahm Prof. Dr. Dr. Heinrich Zankl. Für die Platzanlagen war Peter Linn zuständig, für einen ordnungsgemäßen Schriftverkehr zeichnete Ludwig Wolf verantwort­lich, die Jugendarbeit lag in den Händen von Hans-Peter Weigold und als Beisitzer komplettierten Erich Hein und Hans Klein die Vorstandschaft.

Bereits am 15. Juni 1978 wurde die Aufnahme in den Stadtverband für Leibesübungen und am 26. Juni des gleichen Jahres die Aufnahme in den Saarl. Tennisbund beantragt. Die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Homburg erfolgte unter der Aktennummer 557 am 22.05.79. Die Kurve der Mitgliederbewegung führte in den ersten Monaten steil nach oben.  Laut Protokoll der Vorstandssitzung vom 16. Juni 1978 war die Zahl 100 bereits überschritten und etwa einen Monat später, am 18. Juli, konnte Schatzmeister Uwe Schenk bereits 180 eingetragene Mitglieder auflisten.

Nun, da man ordnungsgemäß registriertes Mitglied war, wollte man keine Zeit mehr verlieren und endlich die Faszination des Tennisspielens live am eigenen Körper erleben. Schließlich lagen auch schon das elegante weiße Röckchen, das entzückende T-Shirt und das fesche Stirnband be­reit, und man sah sich schon in Gedanken mit geschmeidigen Bewegungen leichtfüßig über den Platz schweben und mit elegantem Schwung den Ball gefühlvoll über das Netz befördern. Der amtierende Sportwart Prof. Dr. Dr. Heinrich Zankl stellte sein Organisationstalent nun auch in offi­zieller Funktion unter Beweis, orderte für den Sommer 1978 in Welles­weiler Plätze in einer privaten Tennishalle, verpflichtete versierte Übungsleiter und im Gruppenunterricht wurden die Einöder Tenniseleven schnell wieder auf den Boden der Tatsachen, d. h. in die Tennisrealität zurückgeholt. Vor den Erfolg haben nun mal auch im Tennissport die Götter den Schweiß gestellt: Man musste rennen, sich bücken, bekam Blasen an Händen und Füßen und stellte zudem fest, dass die Schlägerfläche eigentlich viel zu klein, der Ball viel zu schnell und das Netz viel zu hoch war.

Aber allmählich zahlten sich Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit aus; man bekam die Sache - im wahrsten Sinne des Wortes - in den Griff, und es war lediglich nur noch eine Frage der Zeit, bis die Bälle per Vor- und Rückhand einigermaßen verlässlich dorthin flogen, wohin man sie haben wollte. In nahtlosem Übergang wurden die frisch erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in der neu erbauten Einfeld­halle der Familie Huber oder in einer der Mehrfeldhallen in der Umgebung gefestigt, vertieft und erweitert; auch das Ballgefühl konnte sich kontinuierlich weiterentwickeln und entfalten. Auf dem Boden der neuen Terminologie bewegte man sich schon so sicher wie die alten Hasen, und es grenzte schon fast an Beleidigung, wenn jemand das kostbare Racket banal und respektlos als „Blätsch" bezeich­nete. Begriffe wie Volley, Drive, Lob und Slice umschwirrten die Kaffeekränzchen der Damen und die Stammtische der Herren. Alles fieberte der ersten Freiluftsaison entgegen. Für die Gründungsvorstandschaft be­deutete der Entschluss Tennis zu spielen, in erster Linie Arbeit, Opferbereitschaft und Engagement; galt es doch nun,

D I E    P L Ä T Z E

innerhalb eines soliden Finanzierungsrahmens zu konzipieren, die Planung behördlich absegnen zu lassen, Kostenvoranschläge einzuholen und den Bauauftrag an eine qualifizierte Firma zu vergeben. Vorrangig aber bedurfte zunächst einmal die Standortfrage einer Klärung. Ein geeignetes Gelände mit möglichst optimalen Voraussetzungen für den Bau der Platzanlage musste gesucht und schnellstens gefunden werden. Welch einer Vielzahl von Vorschlägen das Bemühen um eine akzeptable Lösung gegenüberstand und wie weit die Vorstellungen innerhalb der poli­tischen und kommunalen Zuständigkeitsbereiche auseinander klafften, mag folgende Auflistung verdeutlichen:

a)      Ackerland hinter dem Ausgrabungsgelände in Schwarzenacker

b)      Am Sportplatz in Schwarzenbach ,,Auf dem Wacken

c)      Wiesengelände auf der Einöder Gemarkung ,,Gänswiesen" hinter dem Gewerbebetrieb Readimix

d)      Am Einöder Sportplatz

e)      Am Bruchberg

f)        Acker - u. Wiesengelände in Ingweiler

Schon im Mai 1978 zeichnete sich dann überraschend, mit dem zwischen der Wanderhütte und dem Schlangenhöhlerweg liegenden Waldparkplatz, die endgültige und heute verwirklichte Lösung ab. Wesentlich beeinflusst wurde die Entscheidungsfindung durch die Tatsache, dass sich dieses landschaftlich sehr reizvoll gelegene Areal bereits in städtischem Besitz befand und seine Versorgung mit Wasser und Elektrizität problemlos und ohne großen Kostenaufwand möglich war.

Nach eingehenden Besprechungen und Beratungen vor Ort stellte der TC Saar-Pfalz am 26. Juni 1978 an den Oberbürgermeister der Stadt Homburg den Antrag, auch die beiden Parzellen an der Westseite des Waldparkplatzes mit den Plannummern 3295/3 und 3295/4, die sich noch in Privatbesitz befanden, aufzukaufen, sie gemeinsam mit dem Waldparkplatz in dem noch zu erstellenden Flächennutzungs­plan der Stadt Homburg als Sportgelände auszuweisen und dem TC zwecks Errichtung einer Tennisanlage zur Verfügung zu stellen. Diesem Ansinnen wur­de noch vor Ende des Jahres 1978 entsprochen.

Die rasche  Lösung der Grundstücksfrage war nicht zuletzt der tatkräftigen Unterstützung und dem persönlichen Einsatz des damaligen Bürgermeisters der Stadt Homburg, Alois Jochum, zu verdanken.

Der Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages, der bereits damals im Entwurf vor­lag, scheiterte trotz zäher Verhandlungen vorläufig noch an der Höhe der Pachtzinsforderung.

In einem Bericht vom 11.07.79 beurteilte der, in Kooperation mit der WIBERA (Wirtschaftsberatung) erstellte, Sportstättenleitplan der Stadt Homburg das Gelände an der Schlangenhöhle als durchaus geeignet. Bedenken des Wasser­wirtschaftsamtes gegen eine Bebauung konnten im November 1979 ausgeräumt werden. Planung und Bauleitung legte man in die Hände des Zweibrücker Architekten Nagel, der von Beginn an der Tennisanlage eine harmonisch in die reizvolle Waldlandschaft des Schlangenhöhlertales passende Gestaltung gab. Nachdem Bauamt, Baupolizei und Stadtwerke am 05. 02. 1980 grünes Licht für den Baubeginn gaben, wurde nach einer Beschlussfassung des Vorstandes vom 23. 02. 1980 der Zuschlag für den Neubau von 4 Tennisplätzen (heute Nr. 2, 3, 4 und 5) der Fa. Wolf und Sofsky erteilt, die sich schriftlich bereit erklärte, die Fertigstellung zum 01.05.1980 zu gewährleisten und eine Konventionalstrafe bei Verzug i. H. von DM 400 pro Tag zu akzeptieren. Offizieller Termin für den Baubeginn war der 05.03.1980.

Das ursprüngliche Finanzierungskonzept wurde erheblich gestört durch eine gewaltige Zinsverteuerung. Darüber hinaus hatte sich, zur Überraschung aller Beteiligten - einschließlich der städtischen Behörden - herausgestellt, daß der Untergrund des Geländes nicht belastbar genug war und dass ein kostspieliger, zeitraubender Bodenaustausch als unumgänglich angesehen werden musste. So schlug letztendlich der Bau der vier Plätze mit fast 200 000.-DM zu Buche.

Trotz aller widrigen Umstände konnte mit dem 14. Mai 1980, als offiziellem Fertigstellungstermin, die vorgegebene Frist mit wenigen Tagen Überschrei­tung fast eingehalten werden. Obwohl noch ein Mängelkatalog offen lag, erfolgte an diesem Tag die Einweisung der Mitglieder in die Benutzung der Tennisplätze, und nach einer kleinen Feier mit Schlüsselübergabe wurden die ersten Bälle geschlagen, kritisch beobachtet von Werner Fronhöfer, der mit Wirkung vom 20.04.1980, als erster Platzwart in der Vereinsgeschichte, für die Pflege der Anlage verantwortlich war.

Auf den Plätzen entwickelte sich in der Folgezeit ein sehr reger

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der am frühen Morgen einsetzte und erst durch die Dunkelheit beendet wurde. So mancher Ehemann, der mit knurrendem Magen von der Arbeit nach Hause kam, fand auf dem Küchentisch statt der erwarteten kulinarischen Köstlich­keiten lediglich einen Zettel mit dem lapidaren Hinweis: ,,Liebling, Dein Essen findest Du im Kühlschrank und mich auf dem Tennisplatz".

Eine fundierte Belegungsordnung lenkte die Begeisterung in geordnete Bahnen und tenniserfahrene Spieler übernahmen die fachkundige Beschulung der Tennisneulinge.

Unsere Mitglieder gehören - heute ebenso wie vor 10 Jahren - allen Alters­klassen an, bringen zudem völlig unterschiedliche konstitutionelle und konditio­nelle Voraussetzungen mit und weisen dabei erhebliche Unterschiede in den Bereichen Leistungsbereitschaft, Leistungsvermögen und Spielstärke auf. Daraus resultiert auf dem sportlichen Sektor zwangsläufig eine differenzier­te Erwartungshaltung dem Club gegenüber, wobei die unterschiedlichen Ansprüche im wesentlichen in vier Anspruchsstufen zusammengefasst werden können: 1. Gesundheit, 2. Fitness, 3. Wettkampf, 4. Leistungssport.

Zu 1.    War früher harte körperliche Arbeit die Grundvoraussetzung fast eines jeden Broterwerbs, so ist der Mensch heute in einem hohen Maße durch die Technik  davon befreit; ihm fehlt so die gesunderhaltende Funktion körperlicher Tätigkeit. Als Ausgleich, gewissermaßen in einer Art Ersatzhandlung, wird der Körper, um Schwächen im Muskel- und Kreislaufsystem vorzubeugen, auf dem Ten­nisplatz bewusst zum Arbeiten gebracht. Angestrebtes Ziel ist also die Erhaltung der Gesundheit, ein gesteigertes Lebensgefühl und die Be­ruhigung des schlechten Gewissens, erzeugt durch überflüssige Pfunde.

Zu 2.    Nicht jeder gesunde Mensch ist aber auch automatisch fit. Ein gezieltes, regelmäßiges Training des Körpers ist Voraussetzung, wenn als Ziel schließlich die Fitness, ein gehobener Zustand von Ge­sundheit, erreicht werden soll. Während der ersten Gruppe eine maßvolle Bewegung oft schon genügt, stellt die zweite schon höhere Ansprüche; man will mitmischen, wenn es um Sieg oder Niederlage geht, will selbst im fortgeschrittenen Alter noch seine Kondition unter Beweis stellen. Gottlob, gibt es keine sicher festlegbare Grenze in unserem Sport, an der das Alter beginnt; es sei denn, wir ziehen sie selbst durch Bequemlichkeit und Resignation. Der gut trainierte Mensch schlägt dem Alter ein Schnipp­chen und der konditionsstarke 50er haut dem untrainierten Normaldreißiger die Bälle nur so um die Ohren. Erkenntnisse, deren Wahrheits- und Wertgehalt unsere dynamischen Super-Senioren schon längst erkannt und bei ihrem täglichen Tennisspiel im Sommer eindrucksvoll in die Praxis umsetzen.

Zu 3.  Die dritte Anforderungsstufe verlangt bereits eine starke, zeitint­ensive Hinwendung zu unserem Sport. Er wird hier zum Wettkampfsport. Relativ leicht ist der Weg dahin für jenen Kreis von Spielern, der von Jugend auf unter kundiger Anleitung trainiert worden ist. Bevor­zugt sind auch diejenigen, die bereits in einer anderen Sparte Wett­kampfsport betrieben haben und nun die gleiche Einstellung hierzu auf den Tennissport übertragen. So ist es auch keineswegs ein Zufall, dass sich unsere Teams im Jungsenioren- und Seniorenbereich überwiegend aus Spielern rekrutieren, die vom Fußball, Handball, Volleyball oder Prellball kommen. Hier eröffnet sich außerdem noch die Möglichkeit einer zweiten Sportkarriere, die das abrupte Aufhören nach jahre­langer Sporttätigkeit vermeiden lässt. So konnte 1986 bei den Seniorinnen, Senioren und Jungsenioren erfreulicherweise erstmals auch eine zweite Mannschaft gemeldet werden. Das auf dieser Stufe stark ausgeprägte Wettkampfbedürfnis wird im Verein in einer Rangliste kanalisiert, die einen graduellen Maßstab der Wettkampfstärke darstellt. Als Regulativ dienen Forderungsspiele, - jene seltsame Mischung also aus Sport, Ritual, Selbstvertrauen, Angst, Schummelei, Hemmungen, Aggressionen und psychologischen Tricks. Dem Wettkampfsportler wird jedes Jahr Gelegenheit gegeben, sein Können im Kampf um die Clubmeisterschaft zu erproben oder in einer unserer zahlreichen Mannschaften zu spielen, die in den Medenrunden um Punkte kämpfen. Eine erhöhte Trainingsbereitschaft während des gesamten Jahres, also auch in den Wintermonaten in der Halle, ist unabdingbare Voraussetzung.

Zu 4.   Die oberste der vier Anspruchsebenen im Tennis stellt der Leistungssport  dar, dessen Vorbildfunktion ebenso unbestritten ist, wie die Erkenntnis, dass der Breitensport auf die Aushängeschilder aus dem Spitzenlager und ihre motivierende Wirkung nicht verzichten kann. Diese 4. Stufe kann in unserem Verein vorerst nicht realisiert werden, da er durch die relativ hohen Ansprüche, die der Leistungssport na­turgemäß stellt, bei weitem überfordert wäre.

Der Club müsste bevorzugt Plätze zur Verfügung stellen, einen spielstarken Tennislehrer engagieren und weitere Spitzensportler als Trainingspartner bzw. Mannschaftsspieler gegen Bezahlung an sich binden, diesen natür­lich auch Befreiung von der Beitragspflicht gewähren.

Maßnahmen, die mit Rücksicht auf die Interessen der überwiegenden Mehr­heit unserer Mitglieder nicht zu verantworten wären. Junge Spieler, die ein bestimmtes Niveau erreicht und sich hohe sportliche Ziele ge­steckt haben, müssen sich so einem Verein zuwenden, der schon alle Voraussetzungen für Spitzenspieler geschaffen hat und damit optimale Fördermöglichkeiten bieten kann. Diese jungen Leute, die im wahrsten Sinne des Wortes bei uns groß geworden sind und hier auch ihren Freundes­kreis haben, finden sich zu jeder Zeit, auch wenn sie bei einem ande­ren Club in einer leistungsstärkeren Mannschaft spielen, in unsere Tennis-Familie integriert. Vielleicht finden sie eines Tages, wenn an die Stelle des sportlichen der berufliche Ehrgeiz getreten ist, den Weg zurück in eine der Mannschaften des TC-Saarpfalz. Zusammenfassend sei festgehalten, dass es sich unser Verein zum obersten Anliegen gemacht hat, die drei ersten Anspruchsstufen seiner Mitglieder, nämlich Gesundheits- Fitness- und Wettkampfstreben zu gewährleisten und zu intensivieren, also den Breitensport zu fördern und einen möglichst großen Wert auf die Pflege eines geselligen und damit lebendigen Vereinslebens zu legen.

Wer in den Anfangsjahren in Einöd Tennis spielte, zog sich, da noch ein

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fehlte, im Auto oder im nahen Wald um. Für „Notfälle" stellte der Ski- und Wanderverein in dankenswerter Weise seine Außentoilettenanlage zur Verfügung; Wasch- und Duschmöglichkeiten fehlten völlig. Ein Beschluss vom 28.05.1979 verdeutlicht die relativ frühen Bemühungen der Vorstandschaft um eine schnelle, wenn auch provisorische Lösung des Dilemmas: Mit der Verwaltung der Bundesbahn sollte über den Ankauf eines ausgedienten Eisenbahnwaggons verhandelt werden, in den man dann nachträglich Nasszellen einbauen wollte. Dieses Vorhaben scheiterte ebenso an den Umständen, wie die Beschaffung einer größeren Holzbaracke.

Nun gehören zu den liebenswertesten Eigenschaften eines jungen Vereins eine gewisse Genügsamkeit, die Gabe der Spontaneität und das Vertrauen in die Improvisationskunst seiner Mitglieder. So entstand, von Karl Maas initiiert, aus einigen Balken und Bohlen roh zusammen- gezimmert ein  „Freiluftclubheim“ mit harten Brettern als Sitzgelegenheit, dem saftigen Grün der Birken und Buchenzweige als Sichtschutz und dem freien Himmel als Dach. Wer erinnert sich nicht gern an die herrlichen „Laubhüttenfeste" an lauen Sommerabenden, wenn sich der harte Kern festgesessen hatte und bis in die späte Nacht noch nach einer tagsüber verloren gegangenen Vorhand gesucht wurde. So manches Tennisgespräch zu vorgerückter Stunde ließ selbst altgediente Angler und Jäger­lateiner vor Neid erblassen.

Wunschlos glücklich ist der Mensch jedoch nie oder allenfalls nur für geraume Zeit. So wurde die Forderung aus den Reihen der Mitglieder nach einem  „festen Dach über dem Kopf“ mit Umkleide-, Dusch- und Toilettenräumen allmählich unüber­hörbar. In der Mitgliederversammlung am 02. 04. 81 wählten die Anwesenden einen Bauausschuss (Käppler G., Hunsicker H., Schneider W., Schneider M., Schley N. und Hein E. ), der beauftragt wurde, sich insbesondere mit der Pla­nung zum Bau eines Clubheimes zu beschäftigen, wobei sich der Gesamtvor­stand die endgültige Entscheidungskompetenz vorbehielt.

Am 03. 08.  1981 wurde der Bauantrag, einschließlich Statik und Prüfbericht eingereicht, worauf das Bauamt der Stadt Homburg am 04. März 1982 mitteilte:

„In Ihrer Bausache fehlt es noch an der Zustimmung des Grundstückeigentümers;  den Nachweis können Sie führen durch Vorlage des von ihnen unterschriebenen Pachtvertrages mit der Stadt Homburg."

Wieder, ähnlich wie beim Bau der Plätze, war es der Stör- und Verzögerungsfaktor Pachtvertrag, der Sand ins Getriebe streute. Um das Bauvorhaben nicht zu gefähr­den, stimmte die Jahreshauptversammlung am 02. 02. 1983 dem Abschluss eines Grundstückpachtvertrages (mit zehnjähriger Laufzeit) zu, obwohl die Höhe der Pachtzinsforderung (inzwischen von 5000 auf 3000.- DM reduziert) und die im Vertrag ent­haltene Wertsteigerungsklausel noch keineswegs den Vorstellungen der Mitglieder­versammlung entsprachen.

Der Vertragsabschluß kam dann schließlich zu diesem Zeitpunkt doch nicht zu­stande, weil beide Partner eine weitere Verhandlungsrunde vereinbarten, um neue Konditionen auszuhandeln.

In der Zwischenzeit hatte man überdies festgestellt, dass das Clubheim zu groß konzipiert war und durch einstimmigen Beschluß des Vorstandes vom 15.07.82 wur­de die Planung wieder zurück an den Bauausschuss verwiesen mit der Aufforderung, ein neues, den finanziellen Möglichkeiten entsprechendes Konzept vorzulegen. Günther Käppler machte sich also mit seinem Mitarbeiterstab wieder an die Arbeit und am 06.April 1983 wurde ein neuer Plan, basierend auf einer Finanzgrundlage von 200 000.- DM, beim Bauamt der Stadt Homburg zur Genehmigung eingereicht, die dann am 24. 06. 83 durch schriftlichen Bescheid erteilt wurde. Bereits am 04. Juni hatte man mit dem ersten Spatenstich den Startschuss zum Baubeginn gegeben.

Rechtzeitig zuvor waren alle Mitglieder per Rundschreiben noch einmal auf ihre, in der Satzung verankerte, zusätzliche Beitragspflicht in Form von Arbeits­leistungen hingewiesen worden. Danach waren von den erwachsenen männlichen Mit­gliedern 20 und von den Damen 10 Arbeitsstunden abzuleisten, wobei der Leistungspflicht ersatzweise auch mit einer Zahlung von DM 15.- pro Arbeitseinheit ent­sprochen werden konnte. Das Verlegen von Rohren und Dränagen, der Einbau von Schotter, die Erd- , Beton-, Zimmer-, Dachdecker-, Holz- und Malerarbeiten wurden größtenteils in Eigenleistung erbracht, fachkundig überwacht von ,,Vize" Heinz Hunsicker. Einer Reihe von Mitgliedern, die sich weit über ihr Pflichtsoll hinaus für ,,ihr" Projekt engagierten, an ihrer Spitze Manfred Schneider als Koordinator der Arbeitseinsätze, kann mit Worten nur formell  gedankt werden. Nicht zuletzt ihnen ist es zu verdanken, dass nach knapp einjähriger Bauzeit, pünktlich zu Beginn der neuen Tennis-Saison am 01. Mai 1984, das schmucke Clubheim mit allen seinen Einrichtungen in Betrieb genommen und am 30. Juni in Anwesenheit vieler Ehrengäste in einer würdigen Feierstunde offiziell eingeweiht werden konnte. Damit waren nunmehr ideale Voraussetzungen geschaffen, den geselligen und gesell­schaftlichen Teil des

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weiter auszubauen und zu intensivieren. Der rege Zuspruch, dessen sich das Clubheim auch heute noch erfreut, mag als Beweis dafür gelten, wie sehr sich unsere Mitglieder neben der sportlichen auch von der gesellschaftlichen Atmosphäre angesprochen fühlen. Dieser Zuspruch ist aber gleichzeitig auch Bestätigung für das erfolgreiche Bemühen des Vereines, seiner Verpflichtung gerade im mit­menschlichen Bereich nachzukommen, nämlich das einzelne Mitglied durch Kontakte, die es pflegt, durch Wertschätzungen, die es erfährt und durch Neigungen, denen es folgen kann, gegen Vereinsamung, Isolierung und Kontaktarmut zu schützen. So ist der TC Saar-Pfalz eben mehr, als nur die Gelegenheit Tennis zu spielen!

Worte, die deutlich unterstrichen werden durch einen Blick in den Veranstaltungs­kalender, der in der clubinternen Info-Broschüre ,,Tennis-Blätsch" in regelmäßigen Abständen aufgeschlagen wird:

Wöchentliche Stammtische im Winter, eine stimmungsvolle Nikolausfeier für Groß und Klein, mannschaftsinterne Feiern und Zusammenkünfte, Familienwanderungen und Radtouren, Vorstands-, Inserenten- und Freundschaftsturniere, das belieb­te Schleifchenturnier, an dem sich die ,,alten Hasen“ ebenso gerne beteiligen wie die Neulinge..... Abschluss und Krönung der Saison, der gesellschaftliche Höhepunkt eines jeden Vereinsjahres, ist unbestritten der Tennis-Ball, der seit Jahren in der Aula des Christlichen Jugenddorfes in Schwarzenbach stattfindet und sich erfreulicherweise einer großen Beliebtheit auch bei unseren jugendlichen Mitgliedern erfreut.

In diesem würdigen Rahmen werden traditionsgemäß die Clubmeister und die erfolgreichsten Mannschaften geehrt und ausgezeichnet.

Für ein intaktes Clubleben spricht nicht zuletzt die Tatsache, dass Aufrufe zu freiwilligen Arbeitseinsätzen noch immer eine erfreuliche Resonanz auslösen. Nur dort, wo noch genügend Bereitschaft zu freiwilliger Leistung vorhanden ist, darf der Fortbestand eines Vereines als gesichert gelten. Unsere Tennisanlage, Stätte des Sports und der Begegnung, mit Fröhlichkeit und echter sportlicher Atmosphäre zu erfüllen, sie aber auch freiwillig und eigenhändig zu pflegen und zu erhalten, ist unser aller Verpflichtung.

Stellen wir uns darum auch alle dieser Aufgabe, auf dass diese Verpflichtung in Zukunft für niemand zur Belastung wird!

S C H L U S S G E D A N K E N

Ein Jahrzehnt Vereinsgeschichte erhält dann ein besonderes Gewicht, wenn es sich um die ersten zehn Jahre nach der Gründung, also um die Aufbauphase handelt.

Buchstäblich aus dem Nichts hat der TC Saar-Pfalz innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne in dem kleinen Tal an der Schlangenhöhle eine sehenswerte Tennisan­lage geschaffen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung des Wohn- und Freizeitwertes unseres Stadtteiles geleistet. Mit dem Bau eines sechsten Platzes, der nach Überwindung vieler Hindernisse im Juli  1987 seiner Be­stimmung übergeben wurde, konnte einem echten Bedürfnis entsprochen und unsere Anlage dem aktuellen Mitgliederstand angepasst werden, der sich mittlerweile bei 360 eingependelt hat.

Wie alle Tennisvereine leiden auch wir unter dem Problem, dass die aufwendigen, für die Ausübung unseres Sportes jedoch unbedingt notwendigen, Anlagen selbst gebaut, von einigen Zuschüssen abgesehen, auch selbst finanziert und unterhal­ten werden müssen. Hieraus resultieren die hohen Aufnahmegebühren und Mitgliedsbeiträge, die naturgemäß für manche Interessenten eine Hemmschwelle bedeuten, so dass uns leider immer noch das Prädikat ,,elitär" anhaftet. Bleibt zu hoffen, dass über den umfangreichen Maßnahmenkatalog des STB zur Verwirklichung der Breitensportidee schon in naher Zukunft diese Hürden allmählich abgebaut werden können, damit die Devise des Deutschen Tennisbundes ,,Tennis für alle" noch er­folgreicher als bisher in die einzelnen Vereine transferiert und dort in die Realität umgesetzt werden kann.

Wie ein roter Faden zieht sich seit der Gründung des Tennisclubs das Bemühen um einen günstigen Pachtvertragsabschluß durch die Jahre der Vereinsgeschichte. Nach langen, mit zäher Ausdauer geführten Verhandlungen mit der Stadt Homburg, die in dankenswerter Weise Entgegenkommen zeigte, kam es endlich am  28.11.86 zu einer für beide Seiten zufriedenstellenden Lösung. Vor dem amtlich bestellten Vertreter des Notars Dr. Rolf Dieter Zawar wurde ein Erbbaurechtsvertrag über den im Grundbuch von Einöd-lngweiler eingetragenen Grundbesitz im unteren Beundental - 7753 qm groß - abgeschlossen. Mit dem erschwinglichen Erbbauzins von jährlich 1000- DM, der Laufzeit von 50 Jahren und dem gegenseitigen Einräumen eines Vorkaufrechtes wurden Voraussetzungen geschaffen, die eine erfolgreiche Vereinsarbeit auch in den nächsten Jahren ermöglichen.

Diese Arbeit bleibt eingebunden in den Auftrag zur Mitarbeit bei der Lösung eines ernsten Problems unserer Zeit, das ein breites Spektrum sozialer, sportlicher, medizinischer und gesellschaftlicher Aspekte beinhaltet:

a)      Die Bewältigung einer Freizeit, die durch Verkürzung der Arbeitszeit in Verbindung mit einer erhöhten Lebenserwartung an Umfang immer mehr zunimmt.

b)      Der Sport wird mehr und mehr GESTALTER und gleichzeitig aber auch INHALT dieser freien Zeit.  (Differenziertes Angebot von Spiel- und Wettkampfpro­grammen).

c)      Die bewegungsarme Arbeitswelt verlangt als Gegengewicht eine intensive sportliche Betätigung. (Muskeltraining, Sport als prophylaktische Maßnahme zur Verhütung von Herz- und Kreislauferkrankungen, Erhaltung der Gesundheit und Elastizität von Körper und Geist - vor allem in der zweiten Lebenshälfte).

d)      Ständiges Anwachsen menschlicher Vereinsamung und Isolation. (Pflege mitmenschlicher Beziehungen und Integration in den geselligen und gesellschaftlichen Teil des Vereinslebens).

Wer versucht, diese Gedanken, die heute sozialpolitisch und medizinisch unwidersprochen sind, vorurteilslos  nachzuvollziehen und wer um die Sachzwänge, denen ein Tennisclub unterworfen ist, weiß, wird die in unserem Sport immer wieder kritisierten Aufnahme- und Mitgliedergebühren nicht als willkürlich gesetzte Schranke, sondern als wohlinvestierten Beitrag zur eigenen Gesundheit und Lebens­freude sehen.

 

WISSENSWERTES AUF EINEN BLICK

05.04.1978    Gründung des TC Saar-Pfalz
15.06.1978 Antrag auf Aufnahme in den Stadtverband für Leibesübungen
26.06.1978          Antrag auf Aufnahme in den Saarländischen Tennisbund
26.06.1978  Antrag an die Stadt Homburg, den Waldparkplatz im Schlangenhöhlertal als    Sportgelände auszuweisen und dem TC zwecks Errichtung einer Tennisanlage zur Verfügung zu stellen.
22.05.1979  Eintragung ins Vereinsregister
14.05.1980         Einweihung der Plätze 2,3,4,5
1980 Erste Clubmeisterschaft wird  ausgetragen
1981      Erstes offizielles Wettkampfjahr
15.06.1981 Einweihung von Platz 1
04.06.1983       Mit dem Clubheimbau wird begonnen
01.05.1984 Inbetriebnahme des neuen Clubheimes
30.06.1984    Offizielle Einweihung des Clubheimes
28.11.1986 Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages
Juli  1987        Platz 6 wird seiner Bestimmung übergeben
08. bis 10.Juli 1988 10jähriges Vereinsjubiläum

 


 

 

TC  SAAR-PFALZ

1988 - 2003

Ein Tennisclub geht seinen Weg

 

 

1.   .................... bis  06.03.1990
Ende der Amtszeit von Präsident Manfred Brabänder

 

2.   06.03.1990 bis  01.02.1996
Präsidentin Ursula Wambsganß

 

3.   01.02.1996 bis 31.01.2002
Präsident Erich Hein

 

4.   31.01.2002 bis ....................
Präsident Rudi Daiminger

 

Die Beendigung der Aufbauphase, zehn Jahre nach der Clubgründung, wurde von der mittlerweile 350 Mitglieder zählenden Einöder Tennisfamilie in der Zeit vom 08. bis 10. Juli 1988 ausgiebig gefeiert.

„Eine Stimmung wie bei einem Volksfest“ - so urteilte und berichtete die Presse über die gelungene Geburtstagsfeier, die mit einem Festkommers, umrahmt vom Gemischten Chor des MGV Einöd/Ingweiler und den Fanfarenfreunden Homburg, begann.

Der Präsident des STB Dr. Helmut Steigleiter verlieh dem ersten Vorsitzenden Manfred Brabänder für seine Verdienste um den saarländischen Tennissport die Verbandsehrennadel des Saarländischen Tennisbundes. Der TC Saar-Pfalz Einöd ehrte anschließend 15 Männer der ersten Stunde ( Gründungsmitglieder ) mit der eigens dafür geschaffenen Vereinsehrennadel:

Manfred Brabänder, Rudi Daiminger, Jürgen Döring, Günter Förster, Erich Hein, Fritz Huber, Peter Linn, Peter Maiwald, Edgar Nagel, Hermann Rahde, Herbert Reinhard, Uwe Schenk, Norbert Schley, Gerd Schroers, Ludwig Wolf

Sportliche Höhepunkte während des Sommerfestes waren der Auftritt der deutschen Tennis-Jugendmeisterin Sabine Gerke (bei einer Tennisdemonstration mit unserem Spieler Sascha Voit), der Fallschirmabsprung einer Freifaller-Gruppe der Bundeswehr mit anschließender Ziellandung auf den Tennisplätzen und die Endspiele um die Club- bzw. Dorfmeisterschaft 1988.

Mit einer Modenschau (die Models waren junge Damen aus unserer Juniorinnenabteilung), der Ausspielung einer großen Tombola und einem abschließenden gemütlichen Beisammensein im Festzelt klangen die Festtage aus.

Der traditionsgemäß im Christlichen Jugenddorf Schwarzenbach stattfindende Tennisball musste im Herbst 1989 notgedrungen nach Homburg in den Saalbau verlegt werden, weil die Verwaltung des Jugenddorfes, auf Veranlassung der Stadt Homburg, die Bereitstellung der Aula ablehnen musste, da sich verschiedene Anwohner durch den nächtlichen Geräuschpegel der an- und abfahrenden Kraftfahrzeuge belästigt fühlten.

Nach 12jähriger Amtszeit kandidierte Manfred Brabänder bei der Jahreshauptversammlung am 6. März 1990 nicht mehr für das Amt des ersten Vorsitzenden. „Neue Männer braucht das Land!“ So begründete der scheidende „Präsi“ seinen Entschluss.

Der neue Mann war dann schließlich eine Frau. Als Nachfolgerin wurde Ursula Wambsganß gewählt, die sich in den Jahren zuvor bereits als zuverlässige Schriftführerin und gewissenhafte Schatzmeisterin bewährt hatte. Der Vorstand wurde komplettiert durch Erich Hein, Horst Hennig, Manfred Schneider, Günther Förster, Waltraud Scherer, Manfred Geißel, Eckart Rehaag, Ludwig Wolf, Herbert Emser und Marga Tabatt.

Die erste Bewährungsprobe stand der frischgebackenen Präsidentin dann auch gleich ins Haus, galt es doch nun, die logistische Voraussetzung zu schaffen für die Teilnahme des TC am grandiosen Festzug, anlässlich der 700-Jahr-Feier der Gemeinde Einöd.

„Man sieht es schon an den Klamotten, hier kommen sie - die Hugenotten“. Unter diesem Motto bewegten sich zahlreiche Mitglieder des Tennisclubs am 17. Juni 1990 in historischen Kostümen, unter dem Beifall eines vieltausendköpfigen Publikums, durch die Straßen von Einöd. Man hatte es meisterhaft verstanden, den Zeitabschnitt der Hugenotten-Einwanderung ins rechte Licht zu rücken und überzeugend darzustellen.

Gesellschaftlicher Höhepunkt des Vereinsjahres war der Herbstball im Oktober 1990 - wieder in den Mauern des Schwarzenbacher Jugenddorfes - musikalisch gestaltet durch die Tanzkapelle „Funny Weekend“ und tänzerisch untermalt vom Chorus Line-Trio der Sportschule Saarbrücken und der Flamenco-Gruppe Limbach.

Leider aber war dieser zehnte gleichzeitig  auch der letzte Herbstball des TC Saarpfalz Einöd.

Tennis unter einem besonderen Aspekt und mit hohem sportlichen Wert wurde im Sommer 1991 auf unserer Anlage geboten. Jugend-Auswahlspielerinnen der Altersklassen AK2 und AK3 aus den Landesverbänden Bayern, Brandenburg, Niederrhein, Mittelrhein und Westfalen maßen im Rahmen eines Cup-Wettbewerbes ihre Kräfte im sportlichen Wettkampf.

Mit der Einweihung des neu angelegten Boule-Platzes am 1. September 1991 hatte sich der Club ein weiteres sportliches Standbein zugelegt und unter der Anleitung des amtierenden deutschen Jugendmeisters Dirk Schmitz aus Homburg flogen bzw. rollten die ersten Kugeln über die schmucke Anlage. Bis zum heutigen Tag treffen sich die Boule-Freunde regelmäßig das gesamte Jahr über in ihrem „Bouleodrome“ - im Winter sogar unter Flutlicht - , um ihrem Sport zu huldigen. Mitglieder/innen, die beim Spiel mit dem gelben Filzball kürzer treten möchten, oder dies aus gesundheitlichen Gründen sogar müssen, haben hier eine neue sportliche Heimat gefunden.

Freundschaftsbegegnungen mit Tennisfreunden aus Homburg und Magdeburg wurden neben diversen Wander- und Radtouren neu in das Veranstaltungsprogramm des bis dato 359 Mitglieder starken Vereins aufgenommen. Noch heute in bester Erinnerung sind darüber hinaus die erlebnisreichen Herbsttage, die langen Abende und die extrem kurzen Nächte in der urigen Hütte auf dem Feldberg im Hochschwarzwald.

Als Nachfolgeveranstaltung der Herbstbälle wurde am 25. April 1992 erstmals ein Frühlingsfest aus der Taufe gehoben, das neben dem gesellschaftlichen Aspekt mit dazu beitragen sollte, die Mitglieder schwungvoll auf die bevorstehende Tennissaison einzustimmen. Gemeinsam mit zahlreichen Gästen vom benachbarten Tennisclub Blau-Weiß Homburg konnte man sich in der farbenfreudig und frühlingshaft dekorierten Aula des Jugenddorfes über eine wahrhaft gelungene Premiere freuen. Viel Beifall gab es sowohl für das reichhaltige rustikale Büffet als auch für das Tanzpaar Britta Bachmann/Werner Rojan, das Ausschnitte aus seinem lateinamerikanischen Programm auf die Tanzfläche zauberte.

Leider konnte aber auch dieses so hoffnungsvoll gestartete gesellschaftliche Alternativangebot lediglich nur bis zum Frühjahr 1995 aufrecht gehalten werden, um dann ebenfalls - genau so wie der Herbstball - dem mangelnden Mitgliederinteresse geopfert werden zu müssen.

Zwei Feuer, die zwar erloschen - aber nicht vergessen sind!

Am 27. Juni 1993 wurde der 15. Geburtstag des TC Saar-Pfalz mit einem zünftigen Grillfest auf der vereinseigenen Tennisanlage, im und ums Clubheim, in gemütlicher Runde gebührend gefeiert.

Die, zu Beginn der 90er-Jahre ins Auge gefasste, Clubheimerweiterung (Vergrößerung des Gastronomiebereiches und der Küche) - von einem Planungsausschuss (Christa Scholler, Ingo Wambsganß, Willi Schneider, Günter Merz und Lothar Burger als Berater) konzipiert und von der ordentlichen Jahreshauptversammlung am 8. Februar 1993 einstimmig gebilligt - mutierte in der Folgezeit zu einer äußerst brisanten Thematik und endete schließlich in einer , für alle Beteiligten höchst unerfreulichen Situation.

In einem Schreiben vom 17.11.1993 wurde der Bauantrag von der Umweltbehörde in Saarbrücken abgelehnt mit der offiziellen Begründung, dass das betreffende Gebäude nicht im Flächennutzungsplan vorgesehen sei und dass die Erweiterung nicht unter sportlichen Gesichtspunkten, sondern aus Absicht der Gewinnerzielung und zur Bereicherung des Vereins geplant sei.

Unabhängig davon wurden nun auch im Mitgliederbereich Zweifel am Handlungsbedarf und vor allem an der Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit des geplanten Umbauvolumens laut, hauptsächlich mit dem Hinweis auf die unverkennbar rückläufige Frequentierung des Clubheimes.

Wie unterschiedlich die Auffassungen und Meinungen unter den interessierten Tennisfreunden waren und wie offensichtlich und gravierend das Thema zu einer Polarisierung geführt hatte, verdeutlichte die Mitgliederversammlung am 7.2.1995.

Beim Punkt 4 der Tagesordnung - Clubheimerweiterung - kam es zu einer äußerst kontrovers geführten Diskussion über den Umfang der geplanten Baumaßnahme. Bei der anschließenden Abstimmung entschied sich die Mehrheit der anwesenden Mitglieder für einen Antrag des Ehrenvorsitzenden Manfred Brabänder und damit für die sogenannte „kleine Lösung“ (Erweiterung der Küche ohne Ausdehnung des Gastraumes). Das relativ knappe Abstimmungsergebnis (18 pro - 14 kontra - 2 Enth.) war ein Spiegelbild der extremen Polarisierung und fand seine Reflexion in hitzigen Debatten und verbalen Auseinandersetzungen, auf mündlicher und schriftlicher Ebene, im Laufe der nächsten Wochen und Monate. Die atmosphärischen Störungen waren leider unverkennbar und nachhaltig; im mitmenschlichen, privaten und gesellschaftlichen Umfeld taten sich Wunden auf, die teilweise bis heute noch nicht ganz vernarbt sind.

Nach 6jähriger Amtszeit als 1. Vorsitzende verzichtete Ursula Wambsganß in der Generalversammlung am 1.Februar 1996 im „Einöder Hof“ auf eine erneute Kandidatur.

Die Versammlung wählte mit Erich Hein einen Mann an die Spitze der Vereinsführung, der sich in der Vergangenheit bereits vielfältig im Club engagiert hatte und sich bei der Ausübung des auf ihn übertragenen Ehrenamtes auf eine jahrzehntelange Erfahrung als Kommunal- und Vereinspolitiker stützen konnte. Zweiter Vorsitzender wurde Gerd Schroers; Maren Kroll übernahm das Amt der Schatzmeisterin und Claudia Kunz war ab sofort für die Schriftführung verantwortlich; Sportwart wurde Winfried Eis und als Jugendwart fungierte Christoph Weiten. Als Pressewart trug Dr. Norbert Schott die Verantwortung für die Öffentlichkeitsarbeit. Für die Plätze war Rainer Jung, für das Clubheim Alois Simon und für die Mitgliederbetreuung Günter Merz zuständig.

Kaum hatte man sich mit den jeweiligen Funktionen und Tätigkeitsbereichen etwas vertraut gemacht, stand auch schon der Frühling - und mit ihm der Frühjahrsputz - vor der Tür. Büsche, Hecken und Sträucher mussten zurückgeschnitten, Beete gejätet und Blumen gepflanzt werden. Holzbänke- und  tische benötigten einen neuen Schutzanstrich und letztendlich galt es - wie in allen Jahren zuvor - die Plätze wieder herzurichten.

Seit Fertigstellung der Platzanlage im Mai 1980, wird die Frühjahrsinstandsetzung stets von einem fleißigen Helferteam, das sich aus unseren eigenen Reihen rekrutiert, durchgeführt. Nach dem Abräumen der schweren Ziegelsteine und der langen Abdeckbänder für die Begrenzungslinien, wird mittels Schaber und Rechen die obere, abgespielte Ziegelmehlschicht entfernt und anschließend 12 - 13 Tonnen neues Material aufgebracht. Mehrmals bewässert, abgezogen und gewalzt, können dann die Plätze - je nach Witterung - in der zweiten Aprilhälfte vorsichtig eingespielt und am ersten Mai pünktlich für den allgemeinen Spielbetrieb freigegeben werden.

In Anlehnung an die leider längst vergangene Zeit der Herbstbälle, ehrte der TC Saar-Pfalz erstmals seine erfolgreichen Spielerinnen und Spieler, gemeinsam mit allen Club- und Mannschaftsmeistern, wieder in einem würdigen Rahmen. Beim „Meisterschaftsfeier - Debüt“ am 9. November 1996 im Vereinsheim der Spielvereinigung Einöd/Ingweiler wurden zahlreiche Mitglieder aus dem Jugend- und Aktivenbereich für beachtenswerte Leistungen auf dem Tennis-Court mit Pokalen, Medaillen und Urkunden ausgezeichnet.

Ein schmucker Stein, der im bunten Mosaik der jährlichen Veranstaltungen mittlerweile seinen festen Platz gefunden hat.

Zu Beginn der 90er-Jahre verlangsamte der deutsche Tennisexpress spürbar seine flotte Fahrt und erreichte in der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts vor der Jahrtausendwende, bedingt durch die Abkoppelung der beiden Lokomotiven Steffi Graf und Boris Becker, gerade mal noch Bummelzugtempo. Bundesweit wurden in den Vereinen stark rückläufige Mitgliederzahlen, vor allem im Jugendbereich, registriert. Auch das Saarland machte da keine Ausnahme und lag z.B. im Jahr 1997 mit 4,6% Rückgang sogar mit an der Spitze.

Der Begriff „Aufnahmestopp für Mitglieder“ gehört  in Einöd schon seit 1994 einer rosigen Vergangenheit an, nachdem der Mitgliederstand von 359 auf 344 gesunken war. Um dem allgemeinen Trend des Mitgliederschwundes speziell beim TC Saar-Pfalz wirkungsvoll entgegenzusteuern, wurden bereits 1996 die Aufnahmegebühren für Jugendliche und die Clubheimsonderzahlung für Erwachsene ersatzlos gestrichen. Ab der Saison 2000 entfiel auch die Aufnahmegebühr für erwachsene Neumitglieder.

Dem Ziel, Kinder aus Einöd und Umgebung möglichst früh an den Tennissport heranzuführen und sie dabei schon rechtzeitig in unseren Verein einzubinden, diente auch das Projekt „Tennis in der Grundschule“ im Juni 1999. Rund 80 Schüler/innen der Grundschule Einöd nahmen an einem Schnuppertraining teil, zu dem der Club und die Tennisschule „Total“ eingeladen hatten.

Die Bemühungen waren von Erfolg gekrönt. Nachdem zwischenzeitlich gerade mal noch 316 Mitglieder aufgelistet werden konnten, stand nach dem Jahrtausendwechsel mit 338 wieder eine erfreuliche Ziffer zu Buche.

Zu Beginn des Jahres 1997 musste unsere Vereinssatzung aktualisiert, d.h. den zeitgemäßen gesellschaftspolitischen und juristischen Ansprüchen angepasst werden. Die Statuten wurden von einem Satzungsrat, dem Gerd Schroers, Hans Bachmann und Dr. Norbert Schott angehörten, überarbeitet und ihre Neufassung   ( Urkunde des Notars Dr. Kawohl in Homburg  vom 22.7.1997 mit der Nr. 1199 / 1997 K ) - nach einigen Nachbesserungen und durch das  einstimmige Votum der Mitgliederversammlung vom 27. Januar 1998 abgesegnet - ins Vereinsregister des Amtsgerichtes Homburg eingetragen.

Zwei Jahrzehnte jung! Unter diesem Leitmotiv beging die Einöder Tennisfamilie am 12./13. September 1998, man hatte einen ähnlich beschaulichen Rahmen gewählt wie fünf Jahre zuvor, das 20jährige Wiegenfest ihres Clubs.

Auf der schmucken Anlage am Pfänderbach im Schlangenhöhlertal verfolgten die zahlreichen Festgäste  die Endspiele um die Clubmeisterschaft und hatten zwischenzeitlich sogar Gelegenheit, bei einer interessanten Tennisdemonstration mit den ehemaligen Landesmeistern der Verbände Saarland und Rheinland, Patrick Daymel und Gerd Jegozinski, einmal ein wenig am sogenannten „großen Sport“ zu schnuppern.

Leider spielte dann zum Ausklang der Geburtstagsfeier der Wettergott nicht mehr mit. Am späten Nachmittag öffnete der Himmel seine Schleusen und die zum Abschluss geplanten Ehrungen fielen, im wahrsten Sinne des Wortes, ins Wasser.

In einer Zeit, die zunehmend von egozentrischen Denkweisen (bei entsprechendem Verhalten), von Selbstverwirklichung um jeden Preis und von der abstrusen Lebensphilosophie einer fun-orientierten Hobbykultur geprägt ist, in der durch die Medien in die Köpfe vieler, vor allem jüngerer, Menschen eine völlig falsche Erwartungshaltung an das Leben projiziert wird und in der unsere Gesellschaft so extrem - wie wohl kaum zuvor - auseinander triftet, kommt auf einen

Sportverein nicht nur die Aufgabe zu, Sachprobleme zu lösen und sportliche Belange abzuklären, sondern er wird immer stärker in die Pflicht genommen, sich um die mitmenschlichen Beziehungen unter seinen Mitgliedern zu kümmern und zu versuchen, bereits angestaubten Werten wie Gemeinschaft, Kameradschaft und Zusammengehörigkeit wieder verstärkt Geltung zu verschaffen. Ohne ein gesundes Maß an „Wir-Gefühl“ ist kein Verein auf Dauer lebensfähig.

Unter dieser Prämisse hatte man auch beim TC Saarpfalz Einöd neben den altbewährten Instrumentarien (Schleifchenturnier, Nikolausfeier, Saisoneröffnung, .........) nach neuen Anreizen und Möglichkeiten zur Pflege der Gemeinschaft und Geselligkeit gesucht und war dabei auch relativ rasch fündig geworden. Man vertraute auf das Wissen um die Reiselust des modernen Menschen und installierte daher Ein- bzw. Mehrtagesfahrten im Veranstaltungskalender - die erfreulich positive Resonanz bestätigte die Richtigkeit der Maßnahme.

Mit einer Busfahrt in die Pfalz wurde die Projektreihe im Herbst 1996 gestartet. Im Anschluss an ein kleines Kulturprogramm, zum Aufpolieren heimatgeschichtlicher Kenntnisse, folgte an der südlichen Weinstraße, im Nussdorfer Weingut Bauer, eine informative Wingert-Lehrwanderung mit anschließender Verkostung edler Tropfen. Eine Reise nach Trittenheim im romantischen Moseltal schloss sich im Oktober 1997 an. Nach einer gemütlichen Flussfahrt an Deck eines modernen Touristikbootes, vorbei an steilen Hängen mit herbstlich geschmückten Weinbergen, bis Longuich, endete der Tag im altehrwürdigen „Franziskanerhof“ mit einer interessanten Kellereibesichtigung, einer schmackhaften Winzervesper und einer stimmungsvollen Weinprobe.

Die Saisonabschlussfahrt 1999 führte dann ins benachbarte Elsass nach Obernai und Ottrot; und weil unsere Mitglieder mittlerweile am „Leben wie Gott in Frankreich“ Geschmack gefunden hatten, verbrachte man am 21./22. Oktober 2000 ein abwechslungsreiches Wochenende in Paris, der französischen Metropole an der Seine. Eine wunderschöne Region unseres westlichen Nachbarlandes war auch im Oktober des Jahres 2001 Ziel der reisefreudigen Mitglieder des TC: Die Champagne mit ihren Zentren Reims und Troyes und dem „Parc Naturel Régional de la Montagne de Reims“.

Auch unsere Jugendabteilung, vom allgemeinen Reisefieber angesteckt, begab sich fast jedes Jahr auf Tour und besuchte mit ihren Betreuern die Erlebnisparks der näheren und weiteren Umgebung in Hassloch (Hollyday-Park), Rust (Europa-Park) und Metz (Walibi-Schlumpf-Park). Seinen jeweiligen Jahresabschluss fand dann der „Clubtourismus“ im Dezember mit dem traditionellen Besuch eines stimmungsvollen Weihnachtsmarktes durch unsere Seniorinnen. Ob Michelstadt, Deidesheim, Nürnberg oder Mainz - stets richtete man sich nach dem Motto: Kein Weg ist zu weit, wir kommen!

Mittelpunkt des gesellschaftlichen und geselligen Vereinslebens einerseits und wichtigstes Kommunikationszentrum andererseits ist nach wie vor unser Clubheim. Die ansprechende Einrichtung, die gemütliche Atmosphäre und der freundliche Sevice laden zur Einkehr und zum Verweilen ein. Stellvertretend für alle, die bisher in liebevoller Fürsorge hier um unser Wohlergehen besorgt waren, sollen die Namen der beiden Familien stehen, die in den letzten zehn Jahren das Clubheim zu unserer vollsten Zufriedenheit geführt und bewirtschaftet haben:

1) Ilka und Eduard Herrmann

2) Erika und Adolf Linn

Im Sommer 1997 konnte das Gebäude an das städtische Abwassersystem angeschlossen werden; das aufwendige Ausfahren der Schmutzwassergrube gehörte endlich und endgültig der Vergangenheit an. Die finanzielle Belastung hielt sich - dank der außergewöhnlichen Arbeitsleistung einiger engagierter Mitglieder (Lenz Wolfgang, Simon Alois und Eis Winfried)  in vertretbaren Grenzen. Die Arbeiten wurden sorgfältig und fachgerecht durchgeführt und abschließend vom Bauamt der Stadt Homburg abgenommen.

Zur Absicherung gegen die unangenehmen, weil letztendlich auch teueren Besuche ungebetener Gäste wurden im gleichen Jahr an allen Fenstern und Eingangstüren unseres Clubhauses schmiedeeiserne Schutzgitter angebracht. Mit dieser Präventivmaßnahme konnte gleichzeitig einer Auflage unserer Einbruch- und Diebstahlversicherung entsprochen werden.

Den größten Kostenaufwand des Geschäftsjahres 2000 verursachte die unumgänglich gewordene Sanierung des Clubheimdaches. Aufgrund eines Fabrikationsfehlers (Brennfehler) der Ziegelei, musste die Dacheindeckung komplett erneuert werden. Im Rahmen ihrer Gewährleistungspflicht sorgte die Lieferfirma zwar für unentgeltlichen Ersatz, alle anfallenden Arbeiten (Abdecken, Entsorgungsservice, Neuumdeckung) aber gingen zu Lasten des Vereins.

Ein neues Kapitel in der nunmehr 25jährigen Vereinsgeschichte wurde am 31. Januar 2002 aufgeschlagen. In einer sehr harmonisch verlaufenen Jahreshauptversammlung wählten die 50 anwesenden Mitglieder eine neue und auch etwas verjüngte Führungsriege:

Vom scheidenden 1. Vorsitzenden Erich Hein persönlich als Nachfolger vorgeschlagen, wurde Rudi Daiminger von der Generalversammlung einstimmig als neuer Präsident bestimmt.

Die Aufgaben seines Stellvertreters übernahm der vereinserfahrene Christoph Weiten. Maren Kroll wurde als Schatzmeisterin in ihrem Amt bestätigt. Ludwig Graf ist in Zukunft für den umfangreichen Spielbetrieb zuständig. Ralph Schmeißner blieb weiterhin Jugendwart und Rainer Grimm übernahm wieder die Funktion des Platzreferenten. Für den Schriftverkehr ist jetzt Marion König zuständig. Als Beisitzer mit besonderen Aufgaben gehören Ursula Hock, Günter Merz und Udo Kuklik der Vorstandschaft an.

Ich kann ein bestelltes Haus übernehmen", freute sich der neue Clubchef bei seiner Amtsübernahme, als mit einer symbolischen Schlüsselübergabe der Kommandowechsel vollzogen war, ,,und ich sehe es als eine Verpflichtung an, das Vereinsleben und den Spielbetrieb im Schlangenhöhlertal weiterhin mit Leben zu erfüllen."

Das waren keine leeren Worte. Beim Start in die neue Saison 2002 präsentierten sich alle Räume unseres Clubheimes in strahlendem Weiß, die Plätze befanden sich (eigentlich wie in jedem Frühjahr) in hervorragendem Zustand und die Außenanlagen ließen erkennen, dass viele fleißige Hände tätig waren.

Neben dem üblichen Geschäftsbetrieb musste sich die neue Chefetage des TC unverzüglich mit den Vorbereitungen für das 25jährige Vereinsjubiläum im Sommer 2003 befassen. Ein Festausschuss ( Marga Tabatt, Manfred Brabänder, Erich Hein, Manfred Schneider, Christoph Weiten und Bachmann Hans ) wurde installiert und mit Planungsaufgaben betraut. Mit der schon traditionellen Saisonabschlussfahrt am 26. Oktober 02 (Colmar, Kaysersberg, Riquewihr und St. Hippolyte), einem beschaulichen Nikolausabend für unsere Tenniskinder am 05. Dezember 02 in unserem Clubheim und einer Mannschafts- und Meisterschaftsfeier am 10. Januar 03 im Sportheim der Spielvereinigung Einöd/Ingweiler ging ein gleichermaßen erfolgreiches (siehe sportliche Bilanz) wie harmonisches Vereinsjahr seinem Ende entgegen.

Eine wahrhaft gute und vielversprechende Basis für unser Jubiläumsjahr 2003!

 

Diese Chronik will und kann selbstverständlich auf keinen Fall Anspruch auf Vollständigkeit erheben; der vorgegebene, relativ eng gesteckte Rahmen würde sonst unweigerlich gesprengt werden. Es soll aber deutlich werden, inwieweit persönlicher Einsatz, zeitintensiver Arbeitsaufwand und verantwortungsbewusstes Handeln einzelner Mitglieder die Struktur und den Charakter unseres Vereins geformt und geprägt haben.

Wenn es darüber hinaus auch noch gelungen ist, die Problematik sachlicher Zwänge und die Unabwägbarkeit menschlicher Unzulänglichkeiten auch nur ein wenig transparent werden zu lassen, dann hat diese Chronik das eigentliche Ziel erreicht.

So jedenfalls sieht es der Chronist

Hans Bachmann